Die Komfortzone - Gefangen am gemütlichsten Ort der Welt

Aktualisiert: 16. Juni

Du willst Dein Leben ändern? – Dann raus aus der Komfortzone!

Doch was ist das eigentlich, diese Komfortzone? Und warum will mich da jeder rausholen?

Inzwischen ist unsere Welt schon so voll mit Aufrufen, Deine Komfortzone zu verlassen, dass man meinen könnte, sich darin aufzuhalten wäre etwas Schlechtes. Aber das ist nicht unbedingt der Fall.

Wohlfühlen in der Komfortzone
Wohlfühlen in der Komfortzone (von Kinga Cichewicz auf Unsplash)

Die Komfortzone – Der Wohlfühlort

Ich vergleiche meine Komfortzone immer gern mit einer kuscheligen Berghütte, in der ich eingeschneit bin. Drinnen ist ein Kamin an, es ist schön mollig warm. Essen und Trinken ist da und auch ein oder zwei Lieblingsmenschen. Man sitzt nett zusammen und unterhält sich oder spielt Gemeinschaftsspiele. Man kuschelt sich ein und schläft viel. Das hört sich doch super an, oder?

Jetzt stellen wir uns aber vor, wie das Ganze aussieht, wenn wir den vierten, sechsten oder zehnten Tag eingeschneit sind. Der Blick ins Feuer verliert irgendwann seine Besonderheit und die Luft hier war auch schon mal besser. Das Essen beschränkt sich auf eine Auswahl von drei verschiedenen Dosengerichten, alle irgendwie gleich schmecken. Die Gespräche mit den Lieblingsmenschen haben nichts neues mehr zu bieten, denn wir erleben ja nichts und das auch noch gemeinsam. Und Brettspiele haben mir eh noch nie so wahnsinnig gefallen. Ausgeschlafen bin ich auch langsam und ich weiß nicht mehr, wohin mit meiner Energie.


Neues erleben außerhalb des sicheren Hafens

Da ist es nur verständlich, dass ich mich nach anderem Essen, neuen Erlebnissen, einer neuen Umgebung und auch anderen Menschen sehne. Nichts davon wird plötzlich in der eingeschneiten Berghütte auftauchen. Um irgendetwas davon zu bekommen, werde ich mich auf den Weg durch den hohen Schnee machen müssen. Ich werde mich also aus meiner Komfortzone begeben müssen.

Und das bedeutet nicht, dass die Komfortzone verschwindet, ich dorthin nicht mehr zurückkann, oder sie ihren Charme verliert. Es bedeutet auch nicht, dass die Komfortzone ihren Wert verliert.

Die Komfortzone ist mein sicherer Hafen. Sie ist der Ort, an den ich immer wieder zurückkehren kann, um neue Kraft zu schöpfen. In meiner Komfortzone kenne ich mich aus. Ich weiß, wo alles ist und wie ich mich zurechtfinde.


Wo die Magie passiert

Aber sie ist nicht der Ort, an dem die Magie stattfindet. In ihr mache ich keine neuen Erfahrungen und ich wachse nicht über mich hinaus. Ich lerne dort nichts neues und ich hinterfrage mich nicht. Das alles passiert außerhalb der Komfortzone. Es passiert draußen, dort wo ich neuen Impulsen ausgesetzt bin und mich ausprobiere. Wo ich mich anstrengen und kreativ sein muss, um mein Ziel zu erreichen.


Deine individuelle Komfortzone

Das alles ist natürlich auch anstrengend. Es kostet Kraft. Doch das ist das schöne an Dir und Deiner Komfortzone. Du hast die Wahl, wie oft und wie lange Du Dich aus ihr herauswagst und in welche Richtung. Und wenn Du Dich herauswagst, dann wird der Bereich, in den Du Dich gewagt hast, nach und nach ebenfalls zu Deiner Komfortzone. In gewisser Weise hast Du Deine Komfortzone also immer bei Dir und Du hast es in der Hand, sie so groß zu machen, dass sie optimal zu Dir passt.

Denn das ist sehr individuell. Einige Menschen haben eine riesige Komfortzone und fühlen sich in fast jeder Situation wohl. Und einige sind mit einer kleinen Komfortzone zufrieden, in der sie es sich gemütlich eingerichtet haben. Ein Problem wird das erst, wenn Du Dich in Deiner Komfortzone eingeengt fühlst. Wenn Du etwas außerhalb Deiner Komfortzone erreichen willst, Du Dich aber nicht vor die Tür traust. Wenn Du Dir sehnlich etwas in Deiner Komfortzone wünschst, dass Dir fehlt.


Kleine Schritte zu einer größeren Komfortzone

Wie bereits gesagt, wird nichts einfach so zu Dir in Deine Komfortzone kommen. Du musst dafür sorgen, dass Deine Komfortzone bis zu dem gewünschten hin reicht. Und hier sind wir an dem Punkt angekommen, an dem Dir auch ich erzähle, dass Du raus aus Deiner Komfortzone musst.

Das musst Du aber nicht mit riesigen Schritten! Zunächst einmal solltest Du Dir bewusst machen, was Du erreichen willst, bis wohin Deine Komfortzone reicht und wie weit der Weg dahin ist. Dann überlege Dir, was Dich daran hindert, diesen Weg zu gehen. Wovor hast Du Angst? Was versuchst Du zu vermeiden? Und das gilt es dann in ganz kleinen Schritten zu überwinden.


Übung macht den Meister

Nehmen wir zum Beispiel an, Du möchtest Dir gern einen neuen Job suchen, hast aber Angst vor den Bewerbungsgesprächen. Dann gibt es auf dem Weg zu Deinem ersten richtigen Bewerbungsgespräch eine ganze Menge Zwischenschritte, die Du nach und nach in Deinem Tempo bewältigen kannst.

Zunächst einmal brauchst Du Bewerbungsunterlagen. Und Du musst passende Stellenangebote finden. Dann brauchst Du Kleidung in der Du Dich wohlfühlst für Dein Vorstellungsgespräch. Als nächsten schritt könntest Du Dir Bücher zu dem Thema kaufen und vorab die typischen Fragen für Dich beantworten. Anschließend kannst Du mit einer Freundin üben. Und als finalen Test bewirbst Du Dich auf Stellen, die Dir nicht zu 100% liegen. Da kannst Du dann im Vorstellungsgespräch üben, ohne dass wirklich etwas davon abhängt.

So bist Du am Ende optimal vorbereitet, wenn es ernst wird. Indem Du Dich in kleinen Schritten an die Herausforderung herangearbeitet hast. Dieses Vorgehen lässt sich auf unzählige Situationen übertragen. Je nachdem, wo Du hinmöchtest.


Kleine Tipps für die Erweiterung der eigenen Komfortzone

Zum Abschluss möchte ich Dir noch ein paar kleine Tipps geben, die Dir auf Deinem Weg aus der Komfortzone helfen können:

  • Fange klein an.

  • Hab Geduld mit Dir. Veränderungen brauchen ihre Zeit und wir alle fallen hin und wieder in alte Verhaltensweisen zurück, von denen wir schon lange glaubten, sie abgelegt zu haben.

  • Finde Freude an der Entwicklung. Genieße die kleinen Erfolge und feiere jedes Zwischenziel, das Du erreichst.

  • Hol Dir Hilfe. Es ist nicht schlimm, etwas nicht zu können. Der Mensch lernt immerzu und es gibt für fast alles da draußen jemanden, der Dir zeigen kann, wie es geht. Das macht es Dir etwas leichter.

  • Lerne aus Rückschlägen. Natürlich wird nicht jeder Schritt aus Deiner Komfortzone angenehm und von Erfolg gekrönt sein. Das ist aber kein Grund, sich wieder komplett ins Schneckenhaus zurück zu ziehen. Analysiere die Situation und versuche, daraus zu lernen, was Du beim nächsten Schritt anders machen kannst.

  • Feiere Deine Erfolge und Erfahrungen. Nimm Dir immer wieder Zeit, um wertzuschätzen, was Du alles schon erlebt, geschafft und erreicht hast. Oft vergessen wir schnell, welche Fortschritte wir schon gemacht haben, aber ein Bewusstsein dafür hilft Dir, motiviert zu bleiben, auch wenn es mal etwas zäher wird.

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